Höhenmeter zählen

Tagestouren in Mittelgebirgen, Ausrüstung im Praxistest und das Wetter dazu.

Rucksack leichter machen, ohne neu zu kaufen

2025-06-22 · 4 Min. Lesezeit

Nach einer Tour im Juni mit Rückenschmerzen habe ich den Rucksack zu Hause komplett ausgepackt und jedes Teil einzeln gewogen. Ergebnis mit zwei Litern Wasser: 8,4 Kilo. Für eine Tagestour im Sommer ist das viel, und beim Durchsehen wurde klar, warum. Ich hatte Dinge dabei, die ich seit Jahren mitschleppe, ohne sie je zu benutzen.

Die größten Posten: der Rucksack selbst mit 1.450 Gramm, ein 30-Liter-Modell mit Rahmen und Hüftgurt. Das Erste-Hilfe-Set mit 480 Gramm, weil ich eine ganze Rolle Tape, eine Rettungsdecke, zwei Dreieckstücher und eine Blasenpflasterpackung dabeihatte. Ein Taschenmesser mit 210 Gramm, das ich in zehn Jahren zum Käseschneiden benutzt habe. Eine Regenhose mit 390 Gramm, die ich im Sommer dreimal nicht angezogen habe, obwohl es regnete, weil die Beine ohnehin warm bleiben. Eine zweite Trinkflasche aus Metall mit 320 Gramm leer.

Was rausgeflogen ist: ein Dreieckstuch, das Metallmesser (ersetzt durch ein kleines mit 40 Gramm), die Regenhose im Sommer, die Metallflasche, ein Regenschutz für den Rucksack, weil der Inhalt in einem Müllsack ohnehin trocken bleibt, und ein Stirnband, das ich nie trage. Zusammen 1.260 Gramm. Dazugekommen ist dagegen eine zweite Blasenpflasterpackung und eine kleine Dose Sonnencreme, weil die große immer zu Hause blieb.

Das Wasser bleibt der größte Faktor. Zwei Liter sind zwei Kilo, und an heißen Tagen brauche ich sie. Ich habe aber angefangen, auf der Karte nach Quellen und Brunnen zu schauen, die es in den meisten Mittelgebirgen alle paar Kilometer gibt; dann starte ich mit einem Liter und fülle nach. Beim letzten Mal ging das zweimal gut, einmal war der Brunnen trocken, und ich hatte die letzte Stunde Durst. Ein Risiko, das ich im Sommer nur eingehe, wenn ich den Weg kenne.

Jetzt liege ich bei 6,9 Kilo mit zwei Litern Wasser, ohne neuen Rucksack. Die 1,5 Kilo Unterschied spüre ich beim Bergaufgehen deutlich, vor allem am Ende des Tages. Der nächste Schritt wäre ein leichterer Rucksack ohne Rahmen, aber den kaufe ich erst, wenn der alte kaputt ist. Er ist nach acht Jahren noch nicht einmal am Boden durchgescheuert.