Höhenmeter zählen

Tagestouren in Mittelgebirgen, Ausrüstung im Praxistest und das Wetter dazu.

Herbsttour über die Basaltkuppen

2026-09-27 · 4 Min. Lesezeit

Start um 7:40 Uhr an einem kleinen Bahnhof, 410 Meter über dem Meer, 6 Grad, Nebel so dicht, dass ich die Kirchturmspitze im Ort nicht sah. Die Tour hatte ich am Vorabend auf der Karte geplant: über drei Kuppen zwischen 700 und 840 Metern, zurück durch ein Bachtal, insgesamt 23 Kilometer und laut Höhenprofil rund 880 Meter Anstieg. Für mein Tempo rechne ich mit vier Kilometern pro Stunde in der Ebene und 350 Höhenmetern pro Stunde bergauf, macht etwa sieben Stunden mit Pausen.

Die ersten 400 Höhenmeter führten durch Buchenwald, der im Nebel tropfte wie nach Regen. Um 9:15 Uhr auf der ersten Kuppe riss die Decke auf, und ich stand plötzlich über einem Nebelmeer, aus dem nur die Kuppen ragten. Das passiert in dieser Region im Herbst häufig, und es ist jedes Mal der Grund, warum ich früh losgehe. Eine halbe Stunde später war der Nebel unten verschwunden und es wurde 17 Grad warm.

Die falsche Abzweigung kam am zweiten Gipfel. Der Weg war mit einem gelben Balken markiert, der im Wald zweimal fehlte, und ich bin einem Forstweg gefolgt, der sanft abwärts in die falsche Richtung lief. Nach zwölf Minuten passte der Kompass nicht mehr zur Karte, also zurück. Kostet 25 Minuten und etwa 60 Höhenmeter extra, aber das Prinzip hat sich bewährt: alle paar hundert Meter kurz die Richtung prüfen, nicht erst am Ende des Tals.

Die Zahlen am Ende: 24,1 Kilometer, 950 Höhenmeter bergauf, 7 Stunden 20 Minuten inklusive 55 Minuten Pause. Getrunken habe ich 2,2 Liter, deutlich weniger als im Sommer. Die Beine waren am nächsten Tag beim Treppensteigen zu spüren, mehr nicht. Der Rucksack wog beim Start 6,8 Kilo mit Wasser, was für eine Tagestour im Herbst eher viel ist, aber die Regenjacke, die Fleecejacke und die Mütze habe ich alle drei getragen. An dem Tag war das Gewicht gerechtfertigt.