Erste Tour nach der Knieverletzung
Im Juni bin ich auf einem nassen Wurzelweg weggerutscht und habe mir das rechte Knie verdreht. Nichts Gerissenes, aber vier Monate kein Wandern, dafür Physiotherapie und Fahrrad. Heute war die erste richtige Tour, bewusst klein: acht Kilometer, 300 Höhenmeter, in einem sanften Buchenwaldgebiet ohne Fels, auf breiten Wegen, mit der Option, nach jedem Drittel abzubrechen und zurückzugehen.
Die Stöcke habe ich diesmal von Anfang an genommen, nicht erst bergab. Bergauf bringen sie mir wenig, aber bergab nehmen sie einen Teil der Last von den Knien, und ich habe die Technik geändert: Stöcke länger eingestellt, zehn Zentimeter mehr als bergauf, und bei jedem Schritt beide Spitzen vor den Körper gesetzt, bevor der Fuß aufkommt. Das sieht aus wie ein alter Mann, der Treppen steigt, und fühlt sich für das Knie genau richtig an. Die Schrittlänge bergab habe ich halbiert, und beim Aufsetzen den Fuß nicht gerade nach unten gestellt, sondern leicht quer, was den Winkel im Knie verringert.
Die Zahlen: 2 Stunden 40 Minuten für acht Kilometer, also deutlich langsamer als vor der Verletzung, mit zwei Pausen von je zehn Minuten. Das Knie hat sich nach dem ersten Abstieg warm angefühlt, nicht schmerzhaft, und am Abend war es leicht geschwollen, am Morgen danach wieder normal. Die Physiotherapeutin hatte gesagt, genau das sei zu erwarten und in Ordnung, solange die Schwellung über Nacht verschwindet.
Was ich mitnehme: Ich hatte Angst, dass es nicht mehr geht, und sie war unbegründet. Die nächsten Touren plane ich mit jeweils 20 Prozent mehr Höhenmetern, also 360, dann 430, dann 520, mit mindestens einer Woche Abstand. Und ich fange an, bergab bewusst Kraft aufzubauen, mit Treppen zu Hause und mit Kniebeugen, die ich bisher für überflüssig hielt. Der Wald heute war still, die Buchen gerade am Umfärben, und ich habe es genossen wie lange nicht.